From Januar, 1964

Venturi, Kapitel 1 (Auszug, Rohfassung)

Im sterilen Licht der Neonröhren sah Engler mich verwundert an. »Du hast aber auch schon bessere Tage gesehen!« Er war in der hinteren Ecke angekommen, wo er einen kleinen Packtisch und einen wackeligen Plastikstuhl aufgestellt hatte. Daneben stand ein Stapel von sieben abgenutzten Ananas-Kisten, randvoll mit der Hinterlassenschaft des fremden Lehrers oder Professors. Über dem Tisch ragte eine schirmlose Wandlampe in den Raum, die er mit einem Zug an einer dreckigen Strippe zum leuchten brachte. »Lass dir Zeit. Ich setz gleich Kaffee auf, wenn du was willst, spül dir ‘ne Tasse ab!« Engler schlurfte durch die Gänge zurück zur Tür und schaltete…

Falltür aus der Realität

Es ist der fette Junge, der dich vom unteren Ende der Wippe angrinst. Mit schimmeligen Lachsalven dirigiert er die hilflosen Schwünge deiner Beine im Nichts. Er ist der Rausch, der dich aus der Wirklichkeit hebelt. Das Rauschen, das sich über alles legt, dich im grauen Rhythmus der Wiederholung von einem Halbmond zum nächsten wiegt. Doch irgendwann gerätst du aus dem Takt. Deine Welt beginnt zu springen, Endlosschleifen in der Nacht. Dann wünschst du dir diesen Jungen zurück, diese Falltür aus der Realität, und merkst, dass er für immer fort und die Suche vergeblich ist.