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Hunter S. Thompson sollte 1969 für den amerikanischen Playboy interviewt werden. Wie alles in seinem Leben mussten sich Interviewer und Fotograf da vollkommen nach Hunters Spielregeln verhalten. So wurde ein Trip auf eine Insel geplant und das Team verbrachte ereignisreiche Tage gemeinsam mit Hunter unter Palmen und Sternen. Nur das Interview wollte nicht so richtig und ehe man sich versah, rückte die Deadline näher und Hunter und der Journalist Craig Vetter schusterten in letzter Minute doch noch ein denkwürdiges Interview zusammen.

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Copyright: Al Satterwhite, The Cozumel Diary

Der Fotograf, der die beiden begleitet hatte, heißt Al Satterwhite. Er schoß einige Filme durch an den Tagen mit den beiden und archivierte das Material gründlich. Vor einiger Zeit machte er dann ein Buchprojekt daraus und zusammen mit einem Vorwort von Craig Vetter und netten Memorabilia entstand ein kleiner Bildband, der einem Hunter zeigt, wie man ihn nicht oft zu sehen bekommen hat. Einige der Bilder kommen einem bekannt vor, andere zeigen einen fremden Hunter, einen teilweise euphorisch lächelnden Hunter, den man so aus der Öffentlichkeit nicht kennt.

Ohne Titel

Copyright: Al Satterwhite, The Cozumel Diary

Teilweise druckt Satterwhite ganze Kontaktbögen ab. Versehen mit vielen oft gehörten Hunter Zitaten ist ein netter Erinnerungsband entstanden, der natürlich auf die Zielgruppe der Hunter-Aficionados zugeschnitten ist, aber mehr muss es ja auch nicht sein. Mittlerweile gibt es das Buch zu einem schmalen Kurs als ebook. Würde ich nur eingefleischten Hunter Fans empfehlen, denen allerdings unbedingt!

I. Interior

Wie einige von euch mitbekommen haben, war ich die letzten beiden Wochen mit meinem Auto in Südfrankreich und Spanien unterwegs. Neben meiner Sucht nach Meer und Bewegung ist während dieser Zeit auch deutlich geworden, dass die Fotografie mittlerweile aus meinem Leben nicht mehr wegzudenken ist.

Neben dem Fakt, dass meine Kamera fast zwei Wochen über meiner Schulter hing und ich die kleinen Küstenstraßen kurz und klein fotografiert habe, wurde meine Zeit unterwegs auch vom Nachdenken über Fotografie bestimmt – Fotografinnen und Fotografen, Shooting Ideen, Models, Mode, alles ging mir durch den Kopf. Wie es dann der Zufall will, betrete ich während eines Stops in Aix en Provence einen kleinen Buchladen, um nach einem kleinen Wörterbuch zu schauen und entdecke im Vorbeigehen auf einem Tisch die Bände „Early Black and White“ von Saul Leiter, die ich schon in Deutschland sehnsüchtig erwartet hatte, seit sie im letzten Jahr angekündigt wurden. Saul Leiters Veröffentlichung „Early Color“ ist mein liebstes Street Fotografie Buch und ein kleines Kunstwerk für sich.

Ich konnte einfach nicht widerstehen. Der Doppelband wanderte in meinen Rucksack und begleitete mich fortan auf meiner Reise. In Cafés und Restaurants, auf Parkbänken und Campingstühlen, auch im Zelt beim Licht meiner Taschenlampe und im Auto, während dicke Regentropfen auf das Fenster schlugen, das Buch gehört für mich zu den letzten zwei Wochen wie die Fotos, die ich selbst geschossen habe. (mehr …)