Kategorie: Rum Diary

Folge 4 – Blue Maui

Wie ich auf der Suche nach einem pornösen Hahn im Haus von Shep Gordon auf Maui gestrandet bin. Alice Cooper spielt auch mit. Und ich mäßige mich langsam mit der Dauer meines Gefasels. Nächstes Mal: unter einer Stunde bleiben. 

„Ich bin auf Maui, Kahului Airport. Ein Sonntagmorgen. Pualani, das Hula-Mädchen mit dem einladenden Lächeln auf dem Purpur-Heck der Hawaiian Airlines Maschinen, taucht wieder und wieder in die Wolken über der Startbahn ein. Der Food Court ist der einzige klimatisierte Raum des Flughafens. Den Tisch am Fenster habe ich mir mit drei 7-Dollar-Bierdosen und einem Stück Pizza für 17 Dollar erkauft. Vor mir liegen die gesammelten Notizbücher der vergangenen Wochen, mein Diktiergerät, die Biografien von Alice Cooper, Shep Gordon und Dennis Dunham. Außerdem Tourberichte und Albumkritiken von Lester Bangs, Michael Walker und Bob Greene. Dazu die aktuelle Ausgabe der Maui News, die über die bevorstehende Sonnenfinsternis berichtet, und eine Sammlung hawaiianischer Legenden und Mythen, die mir ein Surf Dude mit weißen Zähnen am Flughafenkiosk verkauft hat. Dank meines Jetlags war ich einige Stunden zu früh in der Abflughalle und unter dem Einfluss der morgendlichen Biere beginnen die Protagonisten und Nebenfiguren dieser Geschichte in meiner Fantasie vorstellig zu werden.“

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Ein Brief

Ich werde es müde, mit Menschen über Online-Plattformen zu reden, Menschen, die darin den einzigen Wert ihrer Arbeit zu finden suchen. Paul Auster hat mal über das Schreiben gesagt (sinngemäß): Mit 20 ist jeder ein Schriftsteller, bei den Dreißigjährigen sind es schon sehr viele weniger, mit 40, 50 schreiben nur noch die, die nicht anders können. So werden auch die Fotografen ausdünnen, die nur für die Online-Welt Fotos machen. Die Leute mit 2K Followern sehnen sich die 5K herbei, die mit 5 die 10, 20 die 50, 50 die 100 und auf dem Weg fällt einem plötzlich auf, wie egal es ist und in welche Abhängigkeit man sich zu einer Plattform begeben hat, die in einem nichts sieht außer Werberelevanz. Was bleibt, sind die Begegnungen, die daraus entstanden sind. 

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You can’t always get what you want

Mein Leben hat sich in den letzten zwei Jahren grundlegend verändert. Der Versuch, die Kunst Stück für Stück, Fotografie für Fotografie und Text für Text wieder in mein Leben zu ziehen nahm meine gesamte Zeit in Anspruch. Gelungen ist das Ganze zumindest so weit, dass ich mich in meiner aktuellen Situation zum ersten Mal seit sehr langer Zeit und vielleicht zum ersten Mal überhaupt wirklich glücklich und einig mit meinem Lebensentwurf fühle. Nach und nach konnte ich die meisten „was wenn“ und „hätte ich doch“, die ich in meinen Zwanzigern angesammelt habe, in einige sehr gute, einige sehr schlechte und einige sehr merkwürdige Erfahrungen umwandeln. Für mich fühlt sich das wie Erfolg an. Nicht mehr Treibgut zu sein in dieser Welt, sondern aktiv Wege zu gehen, die manchmal zum Ziel führen, ganz oft aber auch nicht.

Also wie definiere ich für mich Erfolg? Ich kann von meiner Fotografie nicht leben. Das Vorweg. In den sozialen Medien entsteht immer ein Bild, das mit der Realität sehr wenig zu tun hat. Oft treffe ich Menschen, die einfach und ganz natürlich davon ausgehen, dass ich zu 100 Prozent von meiner Fotografie lebe. Sie vertauschen eine gewisse Bekanntheit in der Szene mit dem realen (wirtschaftlichen) Erfolg eines Fotografen. Dass ich noch nicht ganz davon leben kann hat mehrere Gründe. Über die mache ich mir gerade jedoch nicht wirklich Gedanken. Denn seit April bestreite ich zumindest schon mal die Hälfte meines ausschweifenden Lebensstils mit dem Schreiben und der Fotografie. Einige Magazine, einige Brands, einige private Kunden, einige Hochzeiten. Es kommt einigermaßen hin. Und zwar so, dass ich nun an 4 von 7 Tagen der Woche selbst entscheiden kann, was ich tun möchte oder eben nicht. Meinen Hauptberuf übe ich jetzt nur noch halbtags aus. Die letzten 10 Jahre habe ich Vollzeit als Projektleiter in der Bildungsbranche gearbeitet. Diese dazugewonnene Freiheit ist für mich immer noch jede Woche etwas Besonderes! Dass ich gerade an einem Montag Morgen vor einem Café in der Sonne sitze und bei einem langsam kalt werdenden Kaffee einen Beitrag für meinen Blog schreibe. Definiere Glück! Für mich ist das großes Glück. Und ich bin sehr dankbar, dass mir meine „Kunst“ dieses Glück ermöglicht. Davon habe ich geträumt, jahrelang.

Eine Begleiterscheinung der wiedergewonnenen Zeit ist, dass ich wieder sehr viel schreibe. Und lese. Und die alte Liebe zur Literatur wieder entfacht ist. Ich springe in den Kunstformen je nach Tagesform und aktuellen Interessen. Per Zufall. Nach meinem Shooting mit Hannah vor einer Woche bin ich wieder knietief in den Gedichten von Mascha Kaléko versunken. Zuvor hatte June die Tagebücher der Anaïs Nin für sich entdeckt und ich konnte nicht umher, mit ihr und Anais und Henry Miller ein paar Wochen durch die dreckigen Straßen von Paris zu schlendern. Dann plötzlich ein Nachmittag, an dem mir wieder mein Bildband von Saul Leiter in die Hände fällt und ich mich über Tage in seiner Poesie verliere. So war es immer schon in meinem Leben. Alles ist miteinander verbunden und ich schlittere ansatzlos von einer Phase in die nächste, von dieser Autorin zu diesem Maler zu diesem Fotografen, die Inspiration ist endlos.

Nur gibt es jetzt einen entscheidenden Unterschied. In meinen Zwanzigern ging ich auf diese Reisen immer mit einem dicken Gepäckstück auf dem schmalen Rücken: „Ich muss eigentlich etwas anderes tun gerade!“ Eine „richtige“ Berufung finden, mein Studium abschließen, alles andere war wichtiger als die Träumereien, in denen ich mich ständig verlor. Damit ist jetzt Schluss. Wenn ich mir einen Tag, ein Wochenende oder noch mehr nehmen möchte, um die Tagebücher von Max Frisch zu durchblättern, dann mache ich das! Alles das hat Einfluss auf mein Handeln und meine kreativen Prozesse in der Zukunft. Ich werde dazu ausführlich in der neuen Ausgabe des BUNT Magazins schreiben und auch bei einem Event in Duisburg im Juli während eines kleinen Vortrags darauf eingehen, was ich damit meine. Es ist eine Variation von den Gedanken, die ich hier auf dem Blog schon ein mal formuliert habe.

Ich habe gerade den Rest meines kalten Kaffees runtergekippt. Die Sonne scheint zwischen dunklen Wolken. Auf meinen Kopfhörern habe ich „You can’t always get what you want“ auf Dauerschleife. Ich werde jetzt an einem Artikel über eine Band aus den 70ern weiterschreiben, den Ihr im Herbst an eurem Kiosk finden werdet. Definiere Glück…

You can’t always
get what you want
But if you try sometimes
well you might find
You get what you need

One Way… Or Another

Cactus was initially conceived as early as late 1969 and originally featured former Jeff Beck Group members lead vocalist Rod Stewart and guitarist Jeff Beck, xylophone player/vocalist Adele Smitchell, and former Vanilla Fudge members bassist Tim Bogart and drummer Carmine Appice. However, Beck had an automobile accident and was out of the music scene for over a year and Stewart joined Ronnie Wood in Faces.

In early 1970, Bogert and Appice brought in blues guitarist James McCarty from Mitch Ryder’s Detroit Wheels and The Buddy Miles Express, and singer Rusty Day (born Russell Edward Davidson) from The Amboy Dukes.

This line-up produced three albums (The Debut Album1 Way Or Another, and Restrictions) before intraband troubles led to McCarty quitting at the end of 1971. Shortly afterwards Day was fired from the group. The fourth and last Cactus album (Hot & Sweaty) featured original rhythm section Bogert and Appice joined by Werner Fritzschings on guitar, Duane Hitchings on keyboards, and Peter French (ex-Leaf Hound and Atomic Rooster) on vocals. – Rock Wiki

Press HERE first.


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