Death Punk

Drei Brüder aus Detroit formen eine Band mit dem Namen „Death“. Anfang der Siebziger. Für die Zeit vielleicht eine Revolution, aus unserer Sicht jedoch noch keine wirklich faszinierende Geschichte.

Was diese Band dann zu einer Story macht, ist der Fakt, dass es drei Brüder waren, die nicht den zu der Zeit gängigen Motown Sound verfolgten, sondern harten Rock im Kopf hatten.

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Noch vor den Ramones, vor den Pistols nahmen die drei Garagenpunk in ihrem Kinderzimmer auf.  Allein der Bandname machte es ihnen damals unmöglich einen Plattendeal zu bekommen. Da sie ihre Identität jedoch nicht für eine Plattenfirma verleugnen wollten, starb das Projekt und die „Death“-Mastertapes wurden auf dem Dachboden eines der Bandmitglieder verstaut.

Die drei Brüder David, Bobby und Dannis begannen früh zusammen Musik zu machen, formten zuerst eine Funk Band, doch als Band-Leader David „The Who“ bei einem Konzert in Detroit sah, war es um ihn geschehen. Das war was er wollte und was die Band verkörpern musste. Rock and Roll schallte fortan aus den Fenstern ihres zum Probenraum umgebauten Kinderzimmers. Ein Grauen für die Nachbarschaft, die nun täglich dieser „White Boy Music“ ausgesetzt wurde. Aber die Jungs ließen sich nicht beirren und versanken tiefer und tiefer im Rock’n’Roll je mehr Gegenwind sie bekamen.

Eines Tages starb ihr Vater bei einem Unfall. Er war Elektriker und hatte eine Hilfskraft bei einem Job dabei. Der Helfer hatte einen Fehler gemacht und einen heftigen Stromschlag bekommen, woraufhin ihn der Vater der Brüder ins Krankenhaus fahren wollte. Auf dem Weg dorthin fährt ihm ein betrunkener Fahrer in den Weg und er stirbt sofort beim anschließenden Zusammenstoß. Es war ein Schock für die Brüder und besonders David nahm das Ereignis mit. Kurze Zeit später erzählte er seinen Brüdern, er habe jetzt den Namen für die Band gefunden. Er holte sie hoch in den Probenraum und enthüllte seine Eingebung: „Death“ – so würde die Band heißen und das Konzept für das sie stehen würden. Die Brüder stimmten zu, sie hatten von ihren Eltern gelernt, sich untereinander immer zu unterstützen, auch wenn sie vielleicht nicht der Meinung des Anderen waren. Die Band hatte ihren Namen gefunden und zugleich ihr Schicksal besiegelt. Denn auch wenn einige Plattenfirmen Interesse an ihnen zeigten, der Name wurde von allen abgelehnt. Sie versuchten es mit einer selbst gepressten 45″ Single, doch auch die stoß überall auf Ablehnung. David ließ sich nicht von seinem Konzept abbringen und so verschwand Death in der Versenkung.

Die beiden anderen Brüder machten weiter Musik, formten eine Reggae-Band und hatten mäßigen Erfolg. 2000 verstarb David. Er hatte Lungenkrebs. Vor seinem Tod gab er seinem Bruder noch die Master-Tapes von Death. „Irgendwann wird die Welt kommen und danach suchen“, sagte er, „dann musst du sie haben.“ Er hatte den Glauben an ihre Musik nie verloren. Die Tapes verschwanden auf einem Dachboden. Bis acht Jahre später plötzlich die beiden Songs der selbst gepressten Single im Internet auftauchten und das Vinyl mittlerweile für 800 Dollar bei Ebay gehandelt wurde. Über die Söhne eines Bandmitglieds kamen die News zur Band zurück. Der Rest ist Geschichte…

2009 veröffentlichte Drag City Records die Bänder als 7-Track Album mit dem Namen „…For the World to see“ und es entstand ein kleiner Hype um die Brüder. Es gab Reunion Konzerte und die restlichen Bänder der Band wurden ebenfalls veröffentlicht. Jetzt erscheint im Juni eine Dokumentation, die einen sehr viel versprechenden Trailer mit bekommen hat. Wer die Band noch nicht kennt, sollte sich die Alben mal anhören, „For the World to see“ läuft seit Wochen in meinem Auto heiß, ein geniales Album, obwohl es nur 7 Songs sind.

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