Leon Bridges

Meine Liebe zu den 60er Jahren in Sachen Film, Musik und Fotografie habe ich hier ja bereits öfter zum Ausdruck gebracht. Vor allem die Songs und Musiker dieser Zeit begleiten mich im Alltag, bei Shootings und am Wochenende, wenn ich mit meinen Büchern und Platten in der Wohnung herumliege.

Zum Einen wäre da die psychedelic Rock Ära, Surf Rock und britischer Psychedelic, die mich anfixen (Songs, die in Filmen meist benutzt werden, wenn es um Vietnam geht oder jemand in irgendeinem Drogenrausch versuppt) – zum Anderen ist da die unvergleichliche Soul Musik der späten 50er und frühen 60er. Von Gospel bis Doo-Wop höre ich da fast alles, aber vor allem Sam Cooke, Otis Redding, Marvin Gaye, The Temptations und wie sie alle heißen.

Seit Jahren gibt es den Trend, genau diese Zeit wieder aufleben zu lassen. Bei manchen Künstlern klappt das ganz gut. Raphael Saadiq hat mit The Way I See It ein tolles Album in die Richtung vorgelegt. Meistens ist es jedoch so, dass diese Sachen von Künstlern als einzelnes Konzept Album für sich stehen. Künstler, die wirklich vollkommen aus dieser Richtung beeinflusst wurden und komplett in diesem Genre bleiben waren zunächst noch die Ausnahme. Mittlerweile kommt da aber einiges ins Rollen. Nick Waterhouse macht tolle Sachen in Richtung Rock und Rockabilly, auch wenn es sich bei ihm beim zweiten Album schon etwas abgenutzt hat. Noch relativ unbekannt, aber von mir sehr gefeiert, legen Beach Day einen geilen 60s Surf Rock Song nach dem nächsten auf. Mein derzeitiger Lieblingskünstler Father John Misty schlägt in eine abgedrehtere Kerbe des psychedelic Genres. Mag ich auch sehr.

 

 

Gestern bin ich auf einen noch sehr frischen Künstler gestoßen. Es gibt noch nicht viel von ihm im Netz. Auf seinem Soundcloud Kanal gibt es zwei Songs. Die haben es jedoch in sich. Leon Bridges scheint genau von den Künstlern beeinflusst worden zu sein, die ich am liebsten mag. Der ganze Webauftritt erinnert an die goldenen Zeiten der Soul Musik und die Referenzen, die er so über die Kanäle losschießt lassen gutes vermuten. Bei Facebook veröffentlicht er ab und zu kleine Videos aus seinen aktuellen Recording Sessions und was ich da so höre, gefällt mir unfassbar gut. Er wurde anscheinend gerade von Columbia unter Vertrag genommen. Da könnte was Großes kommen. Bis dahin vertreibe ich mir einfach die Zeit mit den Demo Versionen von Better Man und Coming Home. Was Besseres gibt’s zur Zeit nicht.

 

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