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Mein Leben hat sich in den letzten zwei Jahren grundlegend verändert. Der Versuch, die Kunst Stück für Stück, Fotografie für Fotografie und Text für Text wieder in mein Leben zu ziehen nahm meine gesamte Zeit in Anspruch. Gelungen ist das Ganze zumindest so weit, dass ich mich in meiner aktuellen Situation zum ersten Mal seit sehr langer Zeit und vielleicht zum ersten Mal überhaupt wirklich glücklich und einig mit meinem Lebensentwurf fühle. Nach und nach konnte ich die meisten „was wenn“ und „hätte ich doch“, die ich in meinen Zwanzigern angesammelt habe, in einige sehr gute, einige sehr schlechte und einige sehr merkwürdige Erfahrungen umwandeln. Für mich fühlt sich das wie Erfolg an. Nicht mehr Treibgut zu sein in dieser Welt, sondern aktiv Wege zu gehen, die manchmal zum Ziel führen, ganz oft aber auch nicht.

Also wie definiere ich für mich Erfolg? Ich kann von meiner Fotografie nicht leben. Das Vorweg. In den sozialen Medien entsteht immer ein Bild, das mit der Realität sehr wenig zu tun hat. Oft treffe ich Menschen, die einfach und ganz natürlich davon ausgehen, dass ich zu 100 Prozent von meiner Fotografie lebe. Sie vertauschen eine gewisse Bekanntheit in der Szene mit dem realen (wirtschaftlichen) Erfolg eines Fotografen. Dass ich noch nicht ganz davon leben kann hat mehrere Gründe. Über die mache ich mir gerade jedoch nicht wirklich Gedanken. Denn seit April bestreite ich zumindest schon mal die Hälfte meines ausschweifenden Lebensstils mit dem Schreiben und der Fotografie. Einige Magazine, einige Brands, einige private Kunden, einige Hochzeiten. Es kommt einigermaßen hin. Und zwar so, dass ich nun an 4 von 7 Tagen der Woche selbst entscheiden kann, was ich tun möchte oder eben nicht. Meinen Hauptberuf übe ich jetzt nur noch halbtags aus. Die letzten 10 Jahre habe ich Vollzeit als Projektleiter in der Bildungsbranche gearbeitet. Diese dazugewonnene Freiheit ist für mich immer noch jede Woche etwas Besonderes! Dass ich gerade an einem Montag Morgen vor einem Café in der Sonne sitze und bei einem langsam kalt werdenden Kaffee einen Beitrag für meinen Blog schreibe. Definiere Glück! Für mich ist das großes Glück. Und ich bin sehr dankbar, dass mir meine „Kunst“ dieses Glück ermöglicht. Davon habe ich geträumt, jahrelang.

Eine Begleiterscheinung der wiedergewonnenen Zeit ist, dass ich wieder sehr viel schreibe. Und lese. Und die alte Liebe zur Literatur wieder entfacht ist. Ich springe in den Kunstformen je nach Tagesform und aktuellen Interessen. Per Zufall. Nach meinem Shooting mit Hannah vor einer Woche bin ich wieder knietief in den Gedichten von Mascha Kaléko versunken. Zuvor hatte June die Tagebücher der Anaïs Nin für sich entdeckt und ich konnte nicht umher, mit ihr und Anais und Henry Miller ein paar Wochen durch die dreckigen Straßen von Paris zu schlendern. Dann plötzlich ein Nachmittag, an dem mir wieder mein Bildband von Saul Leiter in die Hände fällt und ich mich über Tage in seiner Poesie verliere. So war es immer schon in meinem Leben. Alles ist miteinander verbunden und ich schlittere ansatzlos von einer Phase in die nächste, von dieser Autorin zu diesem Maler zu diesem Fotografen, die Inspiration ist endlos.

Nur gibt es jetzt einen entscheidenden Unterschied. In meinen Zwanzigern ging ich auf diese Reisen immer mit einem dicken Gepäckstück auf dem schmalen Rücken: „Ich muss eigentlich etwas anderes tun gerade!“ Eine „richtige“ Berufung finden, mein Studium abschließen, alles andere war wichtiger als die Träumereien, in denen ich mich ständig verlor. Damit ist jetzt Schluss. Wenn ich mir einen Tag, ein Wochenende oder noch mehr nehmen möchte, um die Tagebücher von Max Frisch zu durchblättern, dann mache ich das! Alles das hat Einfluss auf mein Handeln und meine kreativen Prozesse in der Zukunft. Ich werde dazu ausführlich in der neuen Ausgabe des BUNT Magazins schreiben und auch bei einem Event in Duisburg im Juli während eines kleinen Vortrags darauf eingehen, was ich damit meine. Es ist eine Variation von den Gedanken, die ich hier auf dem Blog schon ein mal formuliert habe.

Ich habe gerade den Rest meines kalten Kaffees runtergekippt. Die Sonne scheint zwischen dunklen Wolken. Auf meinen Kopfhörern habe ich „You can’t always get what you want“ auf Dauerschleife. Ich werde jetzt an einem Artikel über eine Band aus den 70ern weiterschreiben, den Ihr im Herbst an eurem Kiosk finden werdet. Definiere Glück…

You can’t always
get what you want
But if you try sometimes
well you might find
You get what you need

Cactus was initially conceived as early as late 1969 and originally featured former Jeff Beck Group members lead vocalist Rod Stewart and guitarist Jeff Beck, xylophone player/vocalist Adele Smitchell, and former Vanilla Fudge members bassist Tim Bogart and drummer Carmine Appice. However, Beck had an automobile accident and was out of the music scene for over a year and Stewart joined Ronnie Wood in Faces.

In early 1970, Bogert and Appice brought in blues guitarist James McCarty from Mitch Ryder’s Detroit Wheels and The Buddy Miles Express, and singer Rusty Day (born Russell Edward Davidson) from The Amboy Dukes.

This line-up produced three albums (The Debut Album1 Way Or Another, and Restrictions) before intraband troubles led to McCarty quitting at the end of 1971. Shortly afterwards Day was fired from the group. The fourth and last Cactus album (Hot & Sweaty) featured original rhythm section Bogert and Appice joined by Werner Fritzschings on guitar, Duane Hitchings on keyboards, and Peter French (ex-Leaf Hound and Atomic Rooster) on vocals. – Rock Wiki

Press HERE first.


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Es fing an zu regnen, als ich die Haustür hinter mir geschlossen hatte. Ich zog die Kapuze meines Pullovers über meine Mütze, steckte meine Hände in die Vordertaschen und spazierte los. Es war irgendein Freitag im Juli. Den Tag hatte ich mir frei genommen, um zu schreiben. Etwas, das ich schon seit einigen Jahren nicht mehr gemacht hatte. Vielleicht ist das Schreiben die größte Sehnsucht und gleichzeitig die größte Niederlage in meinem Leben. Dass ich über die Fotografie zurück zu meiner Schreibmaschine finden würde, hätte ich niemals erwartet. Es sind die Fragen, die mir ständig gestellt werden, die mich wieder zum Nachdenken und Formulieren bringen. Wieso wirken die Frauen auf deinen Bildern so wie sie es tun? Wie sind deine Bilder zu dem geworden, was sie jetzt sind? Wie hast du zu deiner Art zu Fotografieren gefunden? (mehr …)

I met Sara in Berlin on a warm sunday last summer. She is a photographer from Sweden and has been trying to get along in Berlin for the last 2 years. We spent the day in an apartment of two of her friends, smoking cigarettes, drinking Coronas and talking enthusiastically about photography and our different lifes as artists in this country. If you don’t know her yet, you should check out all of her accounts. She is crazy. In a good way. And one of the most inspiring people to be around.

“Back then,
I’d reached the age of 20
and I was crazy.
I’d lost a country
but won a dream.
As long as I had that dream
nothing else mattered.
Not working, not praying,
not studying in morning light
alongside the romantic dogs.
And the dream lived in the void of my spirit.
A wooden bedroom,
cloaked in half-light,
deep in the lungs of the tropics.
And sometimes I’d retreat inside myself
and visit the dream: a statue eternalized
in liquid thoughts,
a white worm writhing
in love.
A runaway love.
A dream within another dream.
And the nightmare telling me:
you will grow up.
You’ll leave behind the images
of pain and of the labyrinth
and you’ll forget.
But back then,
growing up would have been a crime.
I’m here, I said, with the romantic dogs
and here I’m going to stay.” Roberto Bolaño

Der Tiefpunkt kam vor etwas weniger als drei Jahren. Mit 28 hatte ich den Versuch aufgegeben, Romane zu schreiben und mit knapp 30 war es damals noch nicht abzusehen, dass die Fotografie mich irgendwann erlösen würde. Zu dieser Zeit blutete mein Drang, mich künstlerisch ausdrücken zu wollen einfach unsinnig und unkontrolliert aus mir heraus. Denn Melancholie, die nie aufhört, ist keine. Keinen Roman zustande gebracht zu haben, hinterließ eine Wunde, die in genau dieser Zeit vor drei Jahren zu entzünden drohte. Ich suchte den Ausweg aus den dunkleren Winkeln meines Kopfes in Filmen und scharrte meine Lieblinge wieder eng um mich. Ein gutes Jahr, Finding Forrester, Motorcycle Diaries, Before Night Falls, Shadows in the Sun, Into the Wild. Ich schaute diese Filme beinahe täglich, manche 20 oder 30 mal. Einige der Filme, die für mich stark zu meiner „sentimental education“ beigetragen haben, sind von dem amerikanischen Regisseur Cameron Crowe. Nicht der Cameron von Titanic sondern „Jerry Maguire“, „Elizabethtown“ und vor allem „Almost Famous“.

Genau diesen Film hatte ich zu dieser Zeit mal wieder geschaut, nachts, im Weinrausch, mit offenem Herz und etwas zu anfälliger Seele. In dem Film geht es um die autobiografische Geschichte Crowes, der Anfang der 70er mit nicht mal zwanzig Jahren zusammen mit dem befreundeten RocknRoll Fotografen Neal Preston unter anderem die Allman Brothers Band für den Rolling Stone als Journalist auf Tour begleiten durfte. Der Film beinhaltet einige der Keimzellen von allem, was ich jetzt als Bob Sala in die Welt male. Nachdem ich den Film mal wieder geschaut hatte, beschloss ich, mich an meine Schreibmaschine zu setzen und Cameron Crowe einen Brief zu schreiben. Da ich betrunken und gefühlsduselig war, artete es ein wenig aus und am Morgen hatte ich dann eine zweiseitige Liebeserklärung getippt, inklusive einer finalen bitte um Adoption. Ich suchte ein, zwei Adressen aus dem Netz, Produktionsfirmen, Agenturen und schickte Kopien des Briefes nach Amerika. Eine Antwort bekam ich nie.

Das Cover der europäischen DVD des Films zeigt Kate Hudson, in Unterwäsche vor einem Hotelbett, im Hintergrund eine Gitarre, violette und neonblaue Farbgebung, keine Pose, einfach nur Sie und ihr Blick in die Kamera. Einer der ersten Versuche als Bob Sala war es, genau diese Szene mit einem Model nachzustellen. Eigentlich wollte ich wie Neal und Cameron mit Bands mitreisen, doch all meine Briefe an die Bands, Labels, Magazine und Tour Manager blieben unbeantwortet. Was daran gelegen haben mag, dass ich kein Portfolio hatte und einfach nur dreiste, biertrunkene Briefe im Stil Hunter S. Thompsons in meine IBM hackte. Ich wollte sein wie Lester Bangs, der im Film unfassbar genial von Philip Seymour Hoffman gespielt wurde. Eingesperrt zwischen seinen Platten, die ganze Nacht vor der Schreibmaschine.

Aber was ich mir zu eigen machen konnte aus der Welt von Almost Famous waren die Band Aids. Mädchen, die die Musik lieben, die Texte auswendig können, die Platten sammeln, nichts lieber tun, als mit ihrem Lieblingsalbum und fetten Kopfhörern in ihren Schlafzimmern zu sitzen und die Lyrics in den Booklets mitzulesen. Penny Lane ist ein Geist, der auf meinen Bildern lebt und der gleichzeitig Inspiration und Wegweiser für die erste Phase meiner Fotografie wurde. Seitdem ist viel passiert. Mein Herz hält längst nicht mehr Schritt mit allem, was ich zurückbekomme. Jede Flaschenpost, die ich in den letzten beiden Jahren ans Universum geschickt habe, wird dieser Tage eine nach der anderen beantwortet. Durch die Fotos, die ich mache, lerne ich beinahe täglich Menschen mit denseben kulturellen Einflüssen kennen. Zufall und Bestimmung wechseln sich wöchentlich ab in meinem Postfach.

Eines Tages führte das Schicksal mich dann auf einer Veranstaltung hier in meiner Stadt zu Giulia Calani. Giulia ist Galeristin. Sie organisiert Ausstellungen. Wir wurden einander vorgestellt. Ich als Fotograf, sie als Ausstellungsorganisatorin. Ihre erste Frage: „Kennst du vielleicht Neal Preston?“

Dass ich in einem Dorf wohne ist ein Fakt, der mir mittlerweile regelmäßig vorgeworfen wird. In eine größere Stadt zu ziehen, um mit meiner Fotografie weiterzukommen, scheint für viele der logische Schritt. Und dann treffe ich auf einer kleinen Kreativveranstaltung in Paderborn die Galeristin von Neal Preston. Giulia arbeitet für die Lightpower Collection. Dort hat man viele von Neals Bildern gekauft und organisiert nun Ausstellungen und Verkäufe. Die Gelder, die damit eingenommen werden, werden komplett gespendet. Ich antwortete ihr, dass ich Neal sehr wohl kenne und ein großer Fan sei. Tatsächlich habe ich drei Bücher von Neal in meiner Wohnung. Er war der offizielle Tourfotograf von Led Zeppelin in den 70ern und hatte außerdem so gut wie jede meiner anderen Lieblingsbands vor der Kamera. Giulias nächste Frage war, ob ich den Film „Almost Famous“ gesehen hätte.

Wir redeten nicht viel mehr an dem Abend, aber verabredeten uns zu ein paar Cocktails ein paar Wochen später. Und wie es der Zufall will, fiel das alles in die Planung der aktuellen Ausstellung von Neal. In Gütersloh, meiner Heimatstadt (kann man sich bis Ende November im Theater Gütersloh geben, Samstag is Kick-Off und Lesung). Es war schnell klar, dass Giulia mich in die Veranstaltung involvieren und ich den Mann kennenlernen würde, der zu Teilen verwantwortlich für dieses Bob Sala Zeug ist. Ungläubig verbrachte ich die letzten Wochen damit, seine Interviews und Essays wiederzulesen und mich auf die Ausstellung zu freuen. Was könnte ich ihn Fragen, wenn ich ihn sehe? Geheim hoffte ich, dass er einfach nur erzählen würde, wenn wir uns treffen. Ich kenne viele seiner Geschichten, aber ich wollte sie von ihm persönlich hören. Und in dieser Woche startet die Ausstellung endlich mit einigen Veranstaltungen. Ich sollte Neal eigentlich morgen auf der Vernissage kennenlernen. Bis Giulia mir gestern eine Nachricht schickte, ob ich um viertel nach sieben am Arosa Hotel sein könne. Wir würden dann mit Neal essen gehen. Ich bin halb durchgedreht, sprang noch schnell unter die Dusche und rannte aufgeregt durch die verregneten Straßen während ich den „Oogum Boogum Song“ auf den Kophörern hatte. Die beiden warteten schon auf mich vor dem Hotel.

Neal war genau wie ich ihn von einigen Bildern her kannte. Schlank, nicht der größte, schütteres Haar, zurückgekämmt a la Bukowski und zu meinem Glück von der ersten Minute an sehr gesprächig. Ich hatte mir unser Treffen schon das eine oder andere Mal ausgemalt. Wie es am Ende gelaufen ist, hatte ich nicht zu träumen gewagt. Wir sprachen über seinen guten Freund Cameron, er zeigte mir ein Bild auf seinem Handy, das jemand von ihm und Crowe gemacht hatte, während sie vor Pete Townshend stehen und grinsen wie kleine Jungs. „Ich bin einfach immer ein Fan der Musik geblieben. Und wenn ich vor meinen Idolen stehe ist das immernoch das Größte für mich!“ sagte er zu mir, während er das Bild beschrieb. Er überlegte kurz, Cameron für mich auf der Stelle anzurufen. Dann erzählte ich ihm von meinem Brief. Neal verpsrach mir, den Brief persönlich an Cameron weiterzugeben. Ich durfte so viele Geschichten mit ihm noch einmal erleben, während er weitererzählte. Anzügliches mit Courtney Love, ein Fotoshooting mit Springsteens Frau im Chelsea Hotel, Super Bowl Wetten mit Matt Damon, Backstage Geschichten von Led Zeppelin, Fleetwood Mac, Ten Years After, Sly and the Family Stone. Und dann kamen wir zu Almost Famous. Er erzählte vom Dreh, von den wahren Geschichten, auf denen der Film basiert. Von der echten Penny Lane, die ihn vor kurzem noch besucht hatte und von diesem einen Bild. Kate Hudson vor ihrem Hotelbett mit der Gitarre im Hintergrund. Neal erzählte, dass alle Stills zum Film von ihm seien. Und dieses Bild, das als Szene im Film gar nicht vorkomme, hatte er spontan mit Kate Hudson gemacht, als sie im Ambassador Hotel in Kalifornien drehten, dort wo man Robert Kennedy angeschossen hatte. Er habe das Licht in dem Zimmer gesehen, dazu die Gitarre und Kate gefragt, ob sie nicht Lust hätte, ein paar Fotos zu machen. Sie sagte zu und so entstand die Vorlage für meine ersten Arbeiten. Vielleicht sogar der Vibe für alles.

Ich könnte noch viel mehr erzählen, aber die schönsten Geschichten behalte ich einfach für mich und trage sie in den nächsten Jahren mit mir rum wie kleine Anhänger an meinem Armband. Der gestrige Abend endete in der Hotelbar des Arosa und Neal verstreute noch einige Kontaktbögen und Negative aus den 70ern und 90ern über den Tisch. Ich hatte einen hochroten Kopf, kam aus dem Lächeln nicht mehr heraus und begann nur noch ungläubig mit dem Kopf zu schütteln. Er schenkte mir einen Testprint von einer seiner Aufnahmen aus dem Jahr 1977. Led Zeppelin in Detroit, während der Performance von „Achilles Last Stand“. Er nahm einen Sharpie aus seiner Tasche und begann am oberen Rand ein paar Worte zu kritzeln. Jetzt ist es halb fünf am Morgen, etwa sechs Stunden später. Ich muss gleich zur Arbeit. Doch ein bisschen genieße ich noch die Musik und blicke auf dieses für Neal wahrscheinlich unbedeutende Geschenk. Das vielleicht eine der schönsten Erinnerungen aus diesen Jahren für mich werden wird. Ich überlege, ob ich das hier morgen überhaupt veröffentlichen soll. Vielleicht bin ich ein bisschen zu emotional gerade. Aber andererseits hat Lester Bangs mir die Frage ja schon beantwortet im Film, also hoffe ich, dass ihr mir meine Gefühlsduselei nachseht.

“The only true currency in this bankrupt world is what you share with someone else when you’re uncool.” – Lester Bangs

Sing me a sad song
And I’ll be right on my way
A sad song like the songs of yesterday

Manche Begegnungen verändern dein Leben für immer. Vor fast zwei Jahren war die Begegnung mit Milla so ein Moment. Im letzten Jahr kam dann noch Maja dazu und die Kombination aus Maja als Stylistin und Milla als Model hob meine Fotografie noch einmal auf ein anderes Level. Aus dieser Serie sind viele Dinge entstanden. Mein erstes C-Heads Feature, aber vor allem ein ganz neuer Freundeskreis, mit dem ich gerade zwei Wochen auf Sri Lanka verbringen durfte.

Alles Gründe, warum mir dieses Shooting besonders am Herzen liegt. Es war das erste in den heiligen Hippie-Hallen von Maja und ihrem Freund Bolt. Sie wohnt nur 20 Minuten von mir entfernt, aber man ist gleich in einer anderen Welt, wenn man bei Maja ankommt. Ihre 4 Hunde begrüßen einen am Eingang, es riecht nach frischem Kaffee und alles steht voll mit Instrumenten.

“With the palms zipping past and the big sun burning down on the road ahead, I had a flash of something I hadn’t felt since my first months in Europe—a mixture of ignorance and a loose, “what the hell” kind of confidence that comes on a man when the wind picks up and he begins to move in a hard straight line toward an unknown horizon.”

Hunter S. Thompson

BOB SALA & MILLA for Forgotaboutthename 

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