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I met Sara in Berlin on a warm sunday last summer. She is a photographer from Sweden and has been trying to get along in Berlin for the last 2 years. We spent the day in an apartment of two of her friends, smoking cigarettes, drinking Coronas and talking enthusiastically about photography and our different lifes as artists in this country. If you don’t know her yet, you should check out all of her accounts. She is crazy. In a good way. And one of the most inspiring people to be around.

“Back then,
I’d reached the age of 20
and I was crazy.
I’d lost a country
but won a dream.
As long as I had that dream
nothing else mattered.
Not working, not praying,
not studying in morning light
alongside the romantic dogs.
And the dream lived in the void of my spirit.
A wooden bedroom,
cloaked in half-light,
deep in the lungs of the tropics.
And sometimes I’d retreat inside myself
and visit the dream: a statue eternalized
in liquid thoughts,
a white worm writhing
in love.
A runaway love.
A dream within another dream.
And the nightmare telling me:
you will grow up.
You’ll leave behind the images
of pain and of the labyrinth
and you’ll forget.
But back then,
growing up would have been a crime.
I’m here, I said, with the romantic dogs
and here I’m going to stay.” Roberto Bolaño

Heute Morgen habe ich meine Wohnung in Brand gesetzt. Beinahe wäre das der erste Satz geworden, den ich in Berlin tippe. Gas, ein kaputtes Feuerzeug, die unbedingte Notwendigkeit, Wasser für einen Kaffee aufzusetzen. Der Rest ist Glück und Bestimmung.

Doch jetzt sitze ich hier, den Laptop auf dem nicht verbrannten Küchentisch, und schaue aus dem Fenster auf die Balkone am gegenüberliegenden Häuserblock. Nicht so sehr Balkone als viel mehr kleine Freiluftabstellräume, aber man erkennt sie noch. Es ist beinahe Elf. Meinen Kaffee musste ich mir in einem günstigen Café zwei Straßen weiter machen lassen. Danach habe ich den Morgen mit Bukowskis Tagebüchern verbracht und in der Hoffnung, dass die dunklen Wolken endlich vor meinem Fenster verschwinden.

Gerade denke ich darüber nach, weshalb mich das Lesen von Tagebüchern anderer Leute so runterbringt. Kafka, Bukowski, Simenon, Kertesz, Hunter. Ist es das Leben, das ich nicht lebe oder ist es nur eine Pause vom Druck des eigenen Lebens. Lass die mal machen und ich bin dabei, sitze daneben, wenn Hunter seine Briefe tippt in San Juan oder wenn Kafka in der Nacht aus dem Prager Dunkel schreibt. Vielleicht ist es auch nur Voyeurismus eines kleinen Spießbürgers. Aber das ist mir erstmal egal. Abends ein Bier zu öffnen und mich in der Welt der großen Jungs aufzuhalten ist ein gutes Gefühl.
Wer hätte gedacht, dass das Fotografieren mich irgendwann öfter nach Berlin ziehen würde als das Schreiben. In den nächsten drei Tagen warten 6 Shootings auf mich. Und doch, jetzt hier in dieser Altbauwohnung am Prenzlauer Berg ist das Einzige, an das ich denke, zu schreiben. Die Wohnung habe ich über airbnb gebucht, sie gehört also jemandem. Und dieser jemand hat hier überall kleine Hinweise auf sein Leben hinterlassen. Im Bücherschrank steht eine abgegriffene Ausgabe von „The Rum Diary“ und „Kingdom of Fear“ von Hunter. Auch „Dance, Dance, Dance“ von Murakami. Zwei Gedanken: der eigentliche Mieter hat genau meinen Geschmack oder mein Geschmack ist der eines jeden Möchtegern Schreiber-Hipsters am Prenzelberg. Da hilft nur der Griff zur Flasche.

Mahalo, Bob Sala

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„Das ist das Problem am Trinken“, dachte ich mir, während ich mir einen Drink einschüttete. Wenn etwas Schlechtes passiert, trinkt man um zu vergessen; wenn etwas Gutes passiert, trinkt man um zu feiern; und wenn gar nichts passiert, trinkt man, damit etwas passiert. 

Charles Bukowski

Bei mir ist jedes Bild eine Mischung aus Planung und Zufall. Geplanter Zufall will ich es mal nennen. Ich überlege im Vorfeld mit dem Model viel zum Thema Location, Style, Make-Up, Bildlook, aber wenn es dann zum Shoot kommt, mag ich es am liebsten, möglichst anarchisch vorzugehen.

Vielleicht liegt mir Studiofotografie deswegen auch nicht so, da ich dort nicht genug Können/Wissen habe, um kontrolliert zu eskalieren. Bei folgendem Bild sind es allerdings gleich mehrere Zufälle, die zur Entstehung meiner bisher erfolgreichsten Aufnahme führten.

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